
SINGING ON THE VIOLIN - CLAUDE CHALHOUB
Ein filmisches Portrait - Regie Boris Penth
„Musik, besonders die traditionell arabische, war ein natürlicher Bestandteil unseres Familienlebens. Als erstes Instrument bekam ich als kleiner Junge von einem meiner älteren Brüder ein Akkordeon geschenkt. Später gab man mir eine Geige. Auf ihr zu spielen, war schwierig, die Herausforderung größer. Ich begann das Instrument für mich alleine zu entdecken, eignete mir Techniken an, wie das Vibrato z.B., es gab ja nichts anderes zu tun. Ich war mein eigener Lehrer und Schüler zugleich.”
Klassische Musik während des Bürgerkriegs zu hören, war für Claude Chalhoub kaum möglich. Was sein musikalisches Gedächtnis fütterte, war der Gesang der großen libanesischen Sängerin Feyrouz (Beyrouth, ya Beyrouth), die u.a. den Glanz des „Paris des Nahen Ostens” besang.
„Ich war neugierig, ob ich mit meiner Geige diese Stimmen, die ich aus der arabischen Musik kannte, imitieren konnte.”
Dieses Bestreben scheint in die Art seines Spiels eingegangen zu sein, denn der amerikanische Schallplattenproduzent Michael Brooks (u.a. von Brian Eno, Tom Waits und Elvis Costello), der auch seine CD „Red Desert” produzierte, sagte über Chalhoubs heutigen Stil: „Sein Violinenspiel hat diese überlebensgroßen Konturen, die auch große Sänger auszeichnet.”
Claude Chalhoub wurde 1974 als eines von 11 Kindern in einer christlichen Familie im Libanon geboren. Fast jeder aus der Familie spielt ein Instrument.
ABENDLÄUTEN - Eine Reise mit Rudolf Wessely
2005, Dokumentation von Nina Hager
Ein Schauspieler, der die Besessenheit seiner Berufung und die Suche nach dem Ausdruck des Wahrhaftigen lebt – Rudolf Wessely ist angetrieben von der Lust am Theater. Mit poetischer Feinheit setzt er seinen Körper im Spiel ein, mit seiner Sprachgewalt entlockt er den Texten ihre innere Bedeutung.
Rudolf Wessely (geb. 19.01.1925, zur Zeit am Bayerischen Staatsschauspiel München) zählt zu den großen Schauspielern unserer Zeit. Hinter seiner Arbeit steht eine klare politische und ästhetische Haltung, die sein herausragendes Engagement für ein Leben am Theater motiviert.
Uraufführung auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis, Saarbrücken.
LILA DOWNS
2000, Regie: Boris Penth
Auftragsproduktion für den WDR
„ Lila Downs ist Sängerin, Jahrgang 1968. Ihre Mutter ist Meztekin, ihr Vater Nordamerikaner. Die Mutter war mit 14 von ihrer Mutter zwangsverheiratet worden, nach einem Jahr lief sie weg. In die Stadt, obgleich sie noch nicht einmal spanisch sprach. Sie sang in Bars und irgendwann traf sie den Amerikaner. Sie zog mit ihm in die USA.
Dort wuchs Lila auf. Eine verwirrende bikulturelle Welt: das Singen hat sie von der Mutter gelernt. Der Vater, ein Biologe, drehte in den 70er Jahren psychedelische Filme, wie das in den USA „in” war. Als er dann starb sprach in der kleinen mexikanischen Gemeinde des Ortes keiner mehr mit Mutter und Tochter – weil es keinen Mann mehr in der Familie gab. „Ich möchte den Frauen heute ein Bewusstsein von diesen Zuständen geben”, sagt Lila.
In ihren Liedern verbinden sich die mexikanische (indianische und spanische) und die amerikanische Kultur zu etwas ganz Ungewöhnlichem, etwas, das man tatsächlich so noch nicht gehört hat.......
In Boris Penths Filmporträt „Lila Downs-I´m only a butterfly” findet ganz unaufdringlich, fast nebenbei das viel benutzte und auch abgenutzte Wort von der Multikulturalität endlich einen Gehalt. Hier begreift man, was es bedeutet, wenn sich Kulturen nach unendlich langwierigen, schmerzhaften, auch brutalen Prozessen untrennbar verbinden, ohne das Eigene zu verlieren......
Es ist ein sehr reiches, dichtes Porträt...”
Ulrike Steglich, epd
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